Rückblende in den Frühling 2010:
Der ORF ist knapp davor, die TV-Rechte der Bundesliga an den Konkurrenten Servus TV zu verlieren, doch in letzter Sekunde eilt Rapid-Präsident Edlinger herbei und bewirkt (manche Vereinsverantwortliche sprechen im Nachhinein von Erpressung), dass der Staatssender doch noch den Zuschlag erhält – trotz finanziell schwächerem Angebot.
Sommer 2010:
Diese Gefälligkeit seitens Rapid muss der ORF nun anscheinend zurückzahlen, denn wie sonst ist es erklärbar, dass der grün-weisse Verein bei bisher zwölf festgelegten Runden sage und schreibe acht mal live im Staatsfernsehen gespielt hat, und das obwohl es oft deutlich attraktivere Spiele gibt? So wird Meister Salzburg in den ersten zwölf Runden genau einmal im ORF zu sehen sein. Anzumerken ist hierbei, dass der ORF seit dieser Saison alle 36 Livespiele auswählen darf und sich dieses Recht nicht mehr wie bisher mit Sky/Premiere teilen muss. Daher sollte man doch davon ausgehen, dass der Gebührenzahler ein einigermaßen ausgeglichenes Programm vorgesetzt bekommt.
Besonders eklatant fällt die Sonderbehandlung Rapids in den Runden 8, 10 und 12 auf, wo eindeutig attraktivere Spiele nicht im ORF übertragen werden, konkret handelt es sich dabei um:
Runde 8: Ried – Rapid im ORF anstelle von Austria – Salzburg
Runde 10: Kapfenberg – Rapid im ORF anstelle von Ried – Salzburg
Runde 12: Wiener Neustadt – Rapid im ORF anstelle von Innsbruck – Salzburg
Man möchte nun glauben, dass Rapid die mit Abstand besten Quoten aller Vereine bringt, aber auch dies ist ein Irrglaube, wie vor einigen Wochen in diesem Blog aufgezeigt wurde. Vielmehr sticht der Verein aus der Sehergunst überhaupt nicht heraus.
Angeprangert müssen aber auch die Verantwortlichen der übrigen Vereine werden, die dem TV-Vertrag zugestimmt haben. Da wäre es vermutlich besser gewesen, wie von Rapid angedroht die Rechte ohne die Hütteldorfer zu verkaufen, denn aktuell gibt es mehr Rapidspiele im Free-TV, als dies bei einem Alleingang der Hütteldorfer mit Selbstvermarktung der Fall gewesen wäre.