Die Europa League hieß früher UEFA-Cup und hatte fast gar nichts mit dem heutigen Bewerb gemein. Bis zum Jahr 2004 wurde das Turnier über sämtliche Runden im KO-Modus ausgetragen, bis man sich dazu entschied, eine etwas “unrunde” Gruppenphase mit je fünf Mannschaften einzuziehen.
Die Vermarktung der Spiele lag damals noch zur Gänze bei den jeweiligen Heimvereinen, was dazu führte, dass in der Regel beginnend am Donnerstag zu Mittag in Osteuropa bis in die tiefe Nacht hinein in Portugal die Spiele angesetzt wurden. Eine kleine Reform fand drei Jahre später statt, als erstmals alle Spiele ab dem Viertelfinale zentral von der UEFA vermarktet wurden. Dennoch blieben bis zu dieser späten Phase im Turnier zahlreiche Probleme bestehen: Der Bewerb galt in vielen Ländern als unattraktiv, da man im Gegensatz zur Champions League kaum finanziellen Gewinn erzielen konnte und oftmals gab es vor allem mit den Vereinen aus Südeuropa Probleme die Fernsehübertragung betreffend, so wurde beispielsweise im Jahr 2008 auch nicht das Spiel zwischen Sevilla und Salzburg übertragen – weder in Österreich noch Spanien.
Daher entschloss sich die UEFA eine Zäsur einzuziehen und die Europa League ins Leben zu rufen. Seither gibt es für die Vereine für jede Qualifikationsrunde eine finanzielle Entschädigung von 90.000 Euro, was die Reisekosten decken soll und ab der Gruppenphase wird ein Startgeld von rund einer Million ausbezahlt, zusätzlich gibt es auch noch Punkteprämien.
Die Ankickzeiten wurden vereinheitlicht, mittlerweile wird nur mehr um 19:00 und 21:05 mitteleuropäischer Zeit gespielt, was notwendig war um die TV-Vermarktung anzukurbeln. Mittlerweile vermarktet die UEFA ab der Gruppenphase alle Spiele zentral, so dass die Sender nur mehr ein Rechtepaket erwerben und sich nicht mehr um Produktion und die Befindlichkeiten der Heimvereine kümmern müssen. Nachteilig an der Regelung ist vor allem für die Vereine ist Osteuropa, dass sie ihre Heimspiele in den kalten Herbstmonaten zumeist erst um 22:05 austragen müssen.
Der UEFA ist es, wie dieses PDF zeigt, gelungen, die Rechte an der Europa League um den ganzen Erdball zu verkaufen, so dass die mediale Präsenz der einzelnen Spiele mittlerweile nahe jener der Champions League kommt. Zumindest Zusammenfassungen jedes Spiels kann man in praktisch jedem Land der Welt sehen.
Und wirft man einen Blick auf einschlägig Seiten wie LiveOnSat.com ist zu erkennen, dass zum Beispiel das Spiel zwischen Salzburg und Manchester City unter großer internationaler Beobachtung steht und in Österreich, Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Irland, Holland, Russland, Griechenland, Türkei, Rumänien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Serbien, Albanien, der Slowakei und Südafrfika sowie auf zahlreichen asiatischen Sender live übertragen wird:

Somit lässt sich festhalten, dass die Europa League vor allem für Vereine aus kleineren Ländern eine großartige Sache ist und den Vereinen eine Plattform bietet, um sich der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, was vor wenigen Jahren im defakto selben Bewerb noch unmöglich war.