Quoten und Marktanteile: Die Bilanz des Saisonbeginns

Vor ziemlich genau einem Monat begann für die österreichischen Vereine wieder der Alltag in Bundesliga und Europacup. Damit einhergegend auch die Übertragungen im Free-TV – namentlich ORF1 – der die nachfolgenden Zeilen gewidmet sein sollen.

PDF: Fußball im Fernsehen 2010/11

Die bisherigen Europacupspiele lockten jeweils zwischen 200 und 300.000 Zuschauer vor den Bildschirm, wobei ein wirklicher Vergleich aufgrund der oft unterschiedlichen Ankickzeiten sehr schwer ist. Aber es fällt auf, dass abgesehen von Salzburgs Rückspiel gegen Omonia Nikosia, das über 450.000 Zuschauer verfolgten, kein Verein auszumachen ist, der in der Publikumsgunst am höchsten steht. Insofern werden auch die Aussagen von Rapid-Präsident Edlinger widerlegt, der im Zuge der TV-Verhandlungen meinte, sein Verein überstrahle die anderen um Längen. Dass dem nicht so ist, konnte man auch schon bei einer Analyse der letztjährigen Zuseherzahlen feststellen.

In der Bundesliga stellt sich die Situation ähnlich dar, auch wenn natürlich ein Vergleich nach bisher nur viel gespielten Runden alles andere als seriös ist. Dass der Auftakt zwischen Innsbruck und Rapid am meisten Zuschauer angezogen hat, verwundert aber kaum, vor allem wegen dem deutlichen Ergebnis haben vermutlich viele erst im Laufe des Spiels zugeschaltet.

Das deutliche Schlusslicht bildet das umstrittene Freundschaftsspiel zwischen Rapid und Anderlecht, was auch die Argumentation des ORFs für diese Übertragung völlig ad absurdum führt: Hatten letztes Jahr die Freundschaftsspiele gegen Liverpool, Schalke (Rapid) sowie Bremen (Sturm) noch mehr als stattliche Zuschauerzahlen von bis zu 350.000, so floppte der heurige Testkick total und erreichte nicht einmal ansatzweise das reguläre Programm, das auf diesem Sendeplatz läuft (Newton).

Auffällig ist vor allem bei den Europacup-Übertragungen, dass sie zumeist die Sendungen mit den höchsten Zuschauerzahlen des Tages auf ORF1 sind – was bei dem regulären Programm wie CSI-Konserven aus dem Jahre Schnee aber nicht verwundert. Jedenfalls ist der ORF gut beraten, die Spiele soweit wie möglich über den Tag zu verteilen um so möglichst lange viele Zuschauer zu binden. Das komplette Gegenteil war im letzten Jahr der Fall, als im Europa League Play-Off sogar gleich drei Partien in eine Konferenz gesteckt wurden, was vielen Zuschauern die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat.
Privatmeinung des Autors: Der Umstand, dass die Europacupübertragungen heuer weitestgehend entzerrt sind, war wohl auch eine Bedingung der Vereine im Zuge der TV-Verhandlungen, so dass die Sponsoren deutlich großflächiger im Bild sind und die Zuschauer mehr von ihren Clubs sehen. Denn sind wir uns ehrlich: Rapid – Aston Villa um 19:15 in einer Dreierkonferenz ist schon eine ziemliche Frechheit.

Anmerkung:
Alle genannten Zahlen stammen aus dem Teletest und beziehen sich auf die zuschauerstärkere Halbezeit, was zumeist die zweite ist.

Eine Antwort zu Quoten und Marktanteile: Die Bilanz des Saisonbeginns

  1. [...] dass Rapid die mit Abstand besten Quoten aller Vereine bringt, aber auch dies ist ein Irrglaube, wie vor einigen Wochen in diesem Blog aufgezeigt wurde. Vielmehr sticht der Verein aus der Sehergunst überhaupt nicht [...]

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